Dauerbelastung durch Wind Oszillationen

Alles rund um Sicherheit, Materialversagen, falsche Aufbauten, schief gegangene Tricks.

Dauerbelastung durch Wind Oszillationen

Beitragvon click Sirius » So 14. Jul 2013, 12:51

Hallo,

ich möchte auf einen interessanten Artikel verweisen:
Analysis: How High Winds Affect Slackline Loading on Longlin

Insbesondere auf diesen Teil des Fazits:
"In addition, if allowed to propagate and continue for an extended period, the vibration will cause severe wear to any aluminum-to-steel contact point, such as the contact point between a shackle and aluminum rigging plate. Last, the alarmingly high number of cyclic loads (13 per second for Green Magic), brings into question the long-term fatigue suitability of the tensioning system, especially aluminum components."

Was mich zu meiner Frage bringt:
Wir verwenden fast alle Seilrollen mit Aluminium Seitenplatten. Ähnliches gilt für einige Bananen. Sollten wir uns Sorgen machen?

Gruß,
Simon
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Re: Dauerbelastung durch Wind Oszillationen

Beitragvon Balance » So 14. Jul 2013, 20:52

ich find es eine verdammt cooler Versuchsaufbau. Jeder Longliner hat schon mal seine Line wie ein Hubschrauber starten hören. Ich hab mich schon selber gefragt wie groß der Lastunterschied dabei ist. Erschreckend, dass die Lastzyklenzahl 35.000 in weniger als 45min erreicht wird. jedoch sind es +-82 lbs =0,36kN Schwellast bei der Line und nicht 2 kN die beim Karabinertest bei 26.500 zyklen zum bruch führten (8 kN vorspannung).

http://www.wkm.mw.tum.de/fileadmin/tumw ... 022009.pdf

Hairer: 5kN+-1kN führten bei 289.500 zyklen zum bruch
dh. umgerechnet auf die ergebnisse der slackline (35.000 zyklen in 45min): müsste die slackline 6 Stunden gespannt bleiben. auch relativ erschreckend kurz

dennoch: Hier wurden normale HMS Karabiner verwendet, die absolut Tabu sind für Slacklines und in Longlines sowieso.

Pro: Riggingplate und Rollen haben Alu, aber sie besitzen auch höhere Bruchlasten >30KN als HMS karabiner (24kN)

man müsste das Bruchlastexperiment mit Riggingplate oder Rollen (ev. auch Bananen) durchführen und die Werte aus dem Slacklineexperiment herannnehmen.
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Re: Dauerbelastung durch Wind Oszillationen

Beitragvon Sirius » So 14. Jul 2013, 21:00

Balance hat geschrieben:man müsste das Bruchlastexperiment mit Riggingplate oder Rollen (ev. auch Bananen) durchführen und die Werte aus dem Slacklineexperiment herannnehmen.


Ja. Soweit ich informiert bin, wird alles im Slackline Bereich statisch auf Bruch getestet. Oder gibt es irgendwo irgendwelche Tests zu dynamischen Lasten?
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Re: Dauerbelastung durch Wind Oszillationen

Beitragvon sobek » Mo 15. Jul 2013, 20:08

Balance hat geschrieben:Pro: Riggingplate und Rollen haben Alu, aber sie besitzen auch höhere Bruchlasten >30KN als HMS karabiner (24kN)


Dazu kommt ja noch, dass sich der HMS immer leicht verbiegt bis er formschlüssig wird und seine volle Steiffigkeit erreicht, was zu einer zusätzlichen Materialermüdung an der Biegung des Schenkels führt. Das tritt vermutlich bei einer Riggingplatte bei weitem nicht so stark auf.
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Re: Dauerbelastung durch Wind Oszillationen

Beitragvon potzi » Do 18. Jul 2013, 20:18

Sowohl für Riggingplatten als auch Seitenteile von Rollen gilt, dass die Verformung unter Last minimal ist, da es ja keine offene Struktur ist (im Gegensatz zum Alu-Karabiner).
Ohne diese Biegung wird das Material auch nicht -bzw. kaum- geschwächt. Zumal der schwellende Kraftunterschied hier ja sehr gering ist..

Dass Windschwingungen keine Lasten einbringen war ja schon abzusehen, trotzdem schön dass mal jemand nachgemessen hat.
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