Kettenzug

Slackline-Marktplatz für den regen Handel mit gebrauchten Lines, Zubehör usw.

Moderator: afritz

RE: Kettenzug

Beitragvon stefan-1 » Mo 1. Sep 2008, 17:30

Für Hold-the-Line geht jede Line, es muß keine Gibbon sein ;)

Der Zug nebst Zubehör passt doch in einen Kinderanhänger für's Bike... Ob da 30 kg Kind oder 30 kg Eisen drin liegen ist doch egal...

Einen 1 t-Zug, für richtige Longlines 2 t, Ketten, Schäkel, Verkürzungsglieder, Baumschutz(!) usw. Zum Alleinslacken etwas viel, für eine Gruppe / mehrere Lines aber sehr gemütlich.

MfG Stefan
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RE: Kettenzug

Beitragvon seflue » Mo 1. Sep 2008, 17:55

30kg? Ach du scheiße ... ich wußte, daß die Dinger schwer sind, aber daß sie SO schwer sind hät ich nun auch wieder nicht gedacht. Nee du, ich bleib beim Flaschenzug. Da ist das gesamte Equipment für die Longline (inkl. Leine) leichter als dein Kettenzug.
Naja und ohne Nachwuchs hat sich für mich bisher auch nicht die Investition für einen Fahrradanhänger gelohnt. ;)

Achja, na klar kannste jede Leine halten. Du kannst auch jede Leine in der Grünphase einer Ampel spannen und wieder abbauen. (Zumindest so, wie es die Gibbons gemacht haben: Fixpunkte vorbereiten, Ratsche bereithalten, mit Leine rüberrennen, in die Ratsche rein und spannen). Na gut, sollte vielleicht idealerweise eine Leine mit wenig Dehnung sein. Btw. da fällt mir eine Ampel hier in Dresden ein, wo du dir da auch noch beliebig Zeit lassen kannst. Zumindest, wenn die Grünphase das begrenzende Moment ist. ;)
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RE: Kettenzug

Beitragvon stefan-1 » Di 2. Sep 2008, 13:06

Ein sog. Ratschenzug mit 1,5 t und 1,5 m Hub wiegt etwa 11 kg und kostet netto/netto 149 Euro. Beispiel: http://www.hebezone.de/frameset/content/proddat/200/230_r5.shtml

Wie gesagt, mit einfachem Rollenflaschenzug vorspannen, in den Kettenzug umhängen, damit fertigspannen und in ein festes System umhängen. Also zweistufig, aber nicht potenziert sondern wie bei Raketen nacheinander.

Anschlagketten mit Verkürzungsklaue sind flexibel nutzbar. So kommt man mit einem eher kurzen Zug aus. Wer jetzt 'Overkill' schreit hat vielleicht recht, solange es niemanden kümmert. Bei Veranstaltungen mit Publikum, sprich mit Ankündigung usw., kommen jedoch Haftungsfragen auf - und da ist eine fette 3,1 t-Kette mit Sicherheitshaken allemal besser als Klettermaterial.

Wichtig bei Longlines ist auch eine stabile und schonende Befestigung der Line - Linelocker sind da ja eher ein no go, von wegen Lastminderung. Hierzu bitte mal dieses und das deutsche Forum durchsehen.

MfG Stefan
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RE: Kettenzug

Beitragvon Harry » Di 2. Sep 2008, 14:31

@stefan
du schreibst linelocker sind bei longlines ein no go.

ich lese hier im forum schon ne weile mit. gibt sogar nen eigengen thread dazu, aber mir ist aber außer dem linelocker und kleinen abwandlugen die doch recht ähnlich sind nicht viel untergekommen.

was hast du für alternativen?

lg
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RE: Kettenzug

Beitragvon seflue » Mi 3. Sep 2008, 00:10

Naja, wer nach Alternativen sucht, muß sich wohl vor allem bei unseren amerikanischen Sportsfreunden umschauen. Gängig vor allem für Highlines ist dort der sogenannte Frost Knot. Und neuerdings (na gut, so neu nun auch wieder nicht) ganz hipp und toll sind dort Stahlringe statt Linelocker. Da ist wohl irgendwie der Abquetsch-Effekt nicht so krass wie beim klassischen Linelocker. Und die Leine wird eigentlich fast immer in größeres Schlauchband gepackt, um sie zu schonen (was auch ein Argument für die Stahlringe ist, so eingepacktes Band paßt durch einen Linelocker gar nicht durch).
Im allgemeinen kann ich nur empfehlen, mal bissel durch die Foren von [url=http://www.slackline.com]slackline.com[/url] zu stöbern, da findet man einiges Interessantes (aber auch viel Haaresträubendes).

Aber so "no go" sind Linelocker bei Longlines nun auch wieder nicht. Der gute Damian Cooksey hat bei seinen Leinen in Warschau und in München auch zum klassischen Linelocker gegriffen. Ansonsten kann man mal versuchen, die Landcruiser aus Dresden zu fragen, was die so nehmen. Die sind ziemliche Longline-Experten ([url=http://www.landcruising.de/index.php/video/video-longline-juli-08.html]Video[/url] und [url=http://www.landcruising.de/index.php/component/option,com_mojo/Itemid,/p,17/]Blogeintrag[/url]). :o
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RE: Kettenzug

Beitragvon stefan-1 » Mi 3. Sep 2008, 14:53

Mir macht die Belastung der Line einfach sorgen. 10 kN = 1000 daN (Deka-Newton) = ca. 1 t sind ja durchaus als Vorspannung drin (bei den ganz langen Lines ja bis zu 1,5 t), was bei 30 % Lastminderung + der Belastung durch einen nicht tricksenden Slacker die Nennlast (WLL bzw. LC) locker erreicht bzw. überschreitet.

Letztlich muß jeder für sich entscheiden, ob er materialschonend die WLL/LS-Werte einhält :) oder - im privaten Bereich - die Sicherheitsreserve betriebsmäßig nutzt :( . Imho ist ein überschlägiger rechnerischer Nachweis der auftretenden Lasten stets sinnvoll.

MfG Stefan
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RE: Kettenzug

Beitragvon seflue » Mi 3. Sep 2008, 16:48

Auch wenn wir mittlerweile total OT sind ...
Die Traglast eines Bandes ist doch sowieso eine rein virtuelle Größe. Wir hatten die Diskussion glaub ich schonmal woanders (kann auch sein, daß es im slackliner.de-Forum war). Zu meinen Bändern gibt es keine Traglastangabe, außer dem Band von slackliner.de und das auch nur, weil da eine genähte Schlaufe dran ist und der Hersteller nach deutscher Norm dazu verpflichtet ist, da so ein blaues Schildchen dranzunähen (allerdings hab ich bei dem 25m-Band keine Sorge, die 1000daN Tragkraft zu überschreiten, da ich mit 'ner einzelnen Ratsche da niemals soviel Vorspannung draufbekomme). Wenn du's vom laufenden Meter kaufst, gibts auch nur Bruchlasten. Ich weiß ja nicht, ob du nur gewerblich/privat slackst, aber wer klettern geht, der muß mit den Bruchlasten auskommen und diesem Material sein Leben anvertrauen. Dabei ist anzumerken, daß das Material selbst bei nicht so offensichtlich falscher Verwendung bei weitem nicht das hält, was draufsteht (Stichwort HMS-Karabiner).
Andererseits wüßte ich nicht, wo man ein ordentlich slackbares Band herbekommt, was mehr als 3 1/4 Tonnen hält. Es wird sogar Band zum Longlinen angepriesen, was nur 2,5 Tonnen hält. Natürlich sollte man bei der Befestigung des Bandes gerade bei langen Leinen oder Highlines immer nach dem Optimum suchen. Aber für die Sicherheitsreserve bin ich selbst verantwortlich und nicht irgendeine Norm. Gerade aufgrund der Bruchkraftminderung durch die Befestigung. Sind ja immer nur Werte Pi mal Fensterkreuz. Gesunder Menschenverstand und ein gesundes Maß an Mißtrauen in die eigene Konstruktion ist also immer angebracht. Trotzdem behaupte ich mal, daß du schon sehr extreme Longlines spannen mußt, um die 2t-Grenze zu überschreiten. Und bei vernünftigen Material und Aufbau sollte ein 3t-Band locker mit allem unter 2t klarkommen, auch mit Linelocker. Vernünftig heißt für mich, daß man alles ausgeschlossen hat, was neben dem reinen Linelockerprinzip zur Bruchlastminderung beiträgt. Sprich möglichst großer Durchmesser des Linelockers, keine Grate an Linelocker und Schäkel, wenns geht, das Band auch noch einpacken.
Es ist aber sicher sinnvoll, beim Herausschieben der Grenze "längste Line" einen Kraftmesser mit in den Aufbau zu integrieren, damit man weiß, wie nah man sich an der Grenze des Materials bewegt. Hat ja der Damian Cooksey z.B. auch gemacht.
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RE: Kettenzug

Beitragvon stefan-1 » Mi 3. Sep 2008, 22:03

Schon klar... Da ich entfernt mit der 'BGV C1-Ecke' zu tun habe, ist die Sicherheitsgeschichte für mich eben das wichtigste. Stichworte wie Schutzziel, Haftung, Gefährdung usw. schwirren einem immer im Kopf herum. Zudem lernt man recht schnell, daß Material, welches einer Last zwischen Nenn- und Bruchlast ausgesetzt wird, dabei zu Schaden kommt. Klingt komisch, ist aber so. ;) Man kann es sich wie bei der Knautschzone eines Pkw vorstellen.

Back to topic: diese Ratschenzüge gibt es mit einem Freilauf (das hebezone.de-Modellz.B.), so daß man, wenn man die Last umgehängt und den Zug entlastet hat, die Kette schnell wieder ausziehen kann. Auch nicht übel, so reicht, mit Umhängen, eine kurze Kette (Masse, Preis).

MfG Stefan
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RE: Kettenzug

Beitragvon seflue » Do 4. Sep 2008, 05:22

Aber nochmal: was ist bei deinem Band die Nennlast, wenn dir deine Bandweberei nur 'ne Bruchlast angibt? Wo sind die Nennlasten des Kletterkrempels?

Was die Haftungsfrage angeht: Ich würd mal intuitiv davon ausgehen, daß man selbst haftet, wenn etwas passiert (also nicht der Hersteller des Materials). Ich bin kein Jurist, aber ich schätze mal, grundsätzlich haftet der, der die Leine aufgebaut hat. Es sei denn, er schließt sich explizit von der Haftung aus ("Begehen der Leine auf eigene Gefahr!"). Wäre natürlich mal interessant, was die Veranstalter von Events und Slackkurse dazu sagen. Aber das gehört dann nun wirklich in einen eigenen Thread.
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RE: Kettenzug

Beitragvon stefan-1 » Do 4. Sep 2008, 14:00

Bei Angeboten an Dritte haftet erstmal der Anbieter, also ich, wenn ich einem interessierten Zuschauer das begehen meiner Line erlaube oder die Veranstalter, wenn es eine amtlich genehmigte Vollbeslackung eines Parks mit Grillstand und Liveband ist. Mit Industriematerial (die blauen oder auch andere Etiketten) und entsprechenden Berechnungen hat man jedenfalls erstmal ein paar gute Karten.

Wenn die Bänder aus dem Bereich Heben und Zurren stammen, sind die Lasten angegeben. Bei Klettermaterial kann man als ersten Ansatz die gleiche Sicherheit nehmen, wenn man also eine zu erwartende Last von 10 kN hat (Slackermasse, Winkel, Durchhang, Vorspannung, ggf. Bouncen u. Sprünge etc.) nimmt man Band mit 30 kN Bruchlast. Ein getrennter Zug (Köbeszug, Rollenflaschenzug, Kettenzug), der unter Last im System verbleibt, sollte samt Ringen, Ösen, Karabinern und Schäkeln eine deutlich höhere Bruchlast aufweisen, die Rundschlingen, Ketten usw. ebenfalls. Also praktisch muß die Line das schwächste Teil im gesamten System sein.

Werden Bauteile nur zum Spannen verwendet und später entlastet bzw. ganz ausgehängt, so müssen sie nur die Vorspannkraft zuverlässig aufnehmen können (auch hier kleinere Nennlasten ansetzen, wenn diese nicht angegeben sind).

Leider wird immer und überall nur immer reagiert, und das dann meistens nach der Schwarz-Weiß-Methode (siehe Baumschäden Stuttgart und Verbot). Deshalb sollten wir eben vorbeugend gewisse Sicherheitsfaktoren ermitteln, erstmal in Anlehnung an die Industrieware, ggf. durch Messungen bekräftigen. Wenn dabei rauskommt, daß ein Sackstich an einem Alukarabiner reicht, gut, wenn ein 5/8 Zoll-Schäkel zwingend ist, auch gut. Die ganzen Bruchlastversuche, die hier im Forum besprochen wurden, sind genau der Ansatz, den ich meine. Dann Komplettsysteme (nicht nur fertige Sets, auch typische Aufbauten) mit Dummies (Sandsäcke reichen, Barfüsse stellen keine besondere Belastung dar) testen. Fragestellung Materialermüdung. Wie lange hält ein Alukarabiner/Stahlkarabiner/2 t-Schäkel quer/3 1/4 t-Schäkel längs einen bouncenden 75 kg Sack aus? Oder bricht im einen oder anderen Fall vorher das Schlauchband oder der Zurrgurt?

Ich möchte nicht wissen, was bei einer Baumhighline nötig ist, wenn man den Bereich darunter nicht absperrt - Lasten über Menschen, 10 bis 12-fache Sicherheiten, alles gesafet... Wie ist das, wenn Berufskletterer an Fassaden arbeiten? Absperrung des Gefahrenbereichs, obwohl die Kameraden ja gesichert sind, und nicht nur wegen fallenden Schrauben, Hämmern usw..

Ich habe halt Angst, daß wenn ein schwerer Unfall mit einer unbeteiligten Person als Opfer passiert, die Verbote kommen. Deshalb mein Wunsch, daß zumindest in öffentlichen Bereichen auf höchstmögliche Sicherheit des Materials geachtet wird. Eine Sorge weniger bedeutet ja auch weniger negativen Stress und das steiegrt wiederum den Fun-Faktor.

So, und jetzt darf der arme Admin den Fred auseinandrdrößeln... Sowas von off topic ;)

MfG Stefan
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